Illegaler Glücksspielring im Rhein-Sieg-Kreis zerschlagen

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Die Polizei konnte im Rhein-Sieg-Kreis einen illegalen Glücksspielring zerschlagen. Insgesamt sind neun Einrichtungen durchsucht und von dem SEK gestürmt worden. Die Einrichtungen befanden sich in den Städten Sankt Augustin, Bonn, Siegburg und Troisdorf und es handelte sich um mehrere Gaststätten, Vereinsräumlichkeiten und Wohnungen. Personen wurden festgenommen und zahlreiche Gegenstände, Geld und Unterlagen beschlagnahmt.

Mehrere Monate ermittelt

Bevor es überhaupt zu den Zugriffen kam, hatte sich „EG Jackpot“, welche aus spezialisierten Kriminalbeamtinnen und -beamten besteht, mehrere Monate gegen sechs Verdächtig ermittelt. Dabei hatte sich der Verdacht immer mehr erhärtet, dass diese gemeinsam illegale Karten-, Würfel- und Automatenspiele organisieren. Pro Spieltag sollen sie mehrere zahntausend Euro damit gemacht haben. Im Raum Siegburg und Bonn kam es dann in Abstimmung mit der Bonner Staatanwaltschaft zu einem Zugriff in neun Gastronomien und Wohnungen. Dabei waren rund 250 Kräfte im Einsatz, als es nachts um 3 Uhr zum gleichzeitigen Zugriff in den verschiedenen Objekten kam. Auch das SEK war mit von der Partie, da man davon ausging, dass die Verdächtigen auch bewaffnet sein könnten. Zwei Männer wurden dabei auch festgenommen.

Ein dortiger Nachbar berichtete, dass in den Räumen Schwarzgeld gewaschen werden. Die Spielgeräte, die dort aufgestellt sind, seien angeblich nicht in Betrieb. Doch an ihnen wurden gespielt und die Gewinne wurden unter der Hand ausgezahlt.

Beschlagnahmungen

Bei dem Einsatz wurden die entdeckten Spielautomaten und Spieltische beschlagnahmt. Unter den beschlagnahmten Sachen war aber auch diverses Spielzubehör wie Würfel und Karten. Zusätzlich wurden Unterlagen sowie 40.000 Euro Bargeld beschlagnahmt und es wurden Vermögenswerte im Wert von mehreren hunderttausend Euro gesichert. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um 6 Männer im Alter von 34 bis 46 Jahren. Im Zuge der Einsatzmaßnahmen wurden noch weitere Personen kontrolliert. Sie wurden wegen der Veranstaltung und Teilnahme an illegalem Glücksspiel angezeigt. Zusätzlich wurden auch Substanzen gefunden, bei denen es sich um Drogen handeln könnte. Hier wird nun separat ermittelt.

Razzien auch in Kölner Shisha-Bars

Auch in Köln gab es Razzien, und zwar in mehreren Shisha-Bars. Immer wieder sind solche Bars Teil von polizeilichen Ermittlungen. Die Durchsuchungen fanden statt, weil die Bars offene Zahlungen hatten. Illegales Glücksspiel war also nicht von vornherein der Grund dafür. Zunächst wurden Verstöße gegen geltendes Recht in den Bars aufgedeckt. Es wurde unversteuerter Tabak entdeckt und das Arbeitsrecht wurde missachtet. Es habe aber auch konkreten Verdacht wegen illegalem Glücksspiel gegeben und das bewahrheitete sich dann auch. Man fand Spielautomaten ohne gültiges Prüfsiegel und man fand verdeckte Wettbüros.

Unerlaubtes Glücksspiel

Die Unerlaubte Veranstaltung von Glücksspiel ist in Deutschland eine Straftat. Wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet oder die Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellt, wird nach § 284 StGB bestraft. Unerlaubte Lotterien werden nach der Spezialregelung § 287 StGB bestraft.

Die öffentliche Zugänglichmachung von Glücksspiel unterliegt in Deutschland der staatlichen Verfügungsgewalt in Form des Glücksspielmonopols. Ziel ist es Wett- und Glücksspielsucht zu bekämpfen und kriminelle Begleiterscheinungen einzudämmen. Jedes öffentliche Glücksspiel ist also nur mit einer staatlichen Konzession erlaubt. Als Rechtsgrundlagen gelten vor allem der Glücksspielstaatsvertrag, die Spielverordnung, das Rennwett- und Lotteriegesetzt sowie die Gewerbeordnung. Wer ein illegales Glücksspiel ohne behördliche Erlaubnis veranstaltet oder die Einrichtung bereitstellt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Damit ist also nicht zu spaßen.

Fazit

Illegales Glücksspiel ist ein Problem, das nicht selten auch zu Zugriffen durch die Polizei führt. Im Kreis Siegburg und Bonn war das aktuell der Fall. In neun Einrichtungen konnte dabei illegales Glücksspiel aufgedeckt werden, nachdem zuvor monatelang ermittelt wurde. Immer wieder stehen beispielsweise Gaststätten oder Wohnungen unter Verdacht Räumlichkeiten für illegales Glücksspiel zu sein. In Deutschland steht so etwas unter Strafe und kann sogar mit einer Gefängnisstrafe bestraft werden.